Zurück zur Chronik

Wespen, Rittermahl und eigenes Brot

Neben den Vereinsangeboten weiterhin viele Aktivitäten auf dem Platz

KERAMAG (ram/heim)-"So viele Wespen wie dieses Jahr habe ich noch nie gesehen" bemerkte eine Mutter, deren Kind von den aufdringlichen Insekten auf dem Ferienspielgelände gestochen wurde. Diese Behauptung stimmt aber nur scheinbar, denn es sind weder mehr noch weniger Wespen, als in den Jahren davor. Die Verantwortlichen des DRK sind aber gut gerüstet, die schmerzenden Stiche der gelb-schwarzen Plagegeister zu behandeln.

Der Grund sei wohl ein anderer, stellen die fest, die Erfahrung mit den Ferienspielen haben:

Halbleere Dosen und liegengelassene Wassereistüten, verschüttete Essensreste und herumliegende Süßigkeiten verbreiten einen für Wespen unwiderstehlichen Duft. Besonders beim Essen, wo der halbvolle Teller stehenbleibt, oder einfach Reste unter die Tische geschoben werden , ist die Gefahr, gestochen zu werden sehr groß.

Burg Hüttenbach gleicht aber keineswegs einer Müllhalde, denn jeden Abend finden sich 3-4 Kinder, die den gesamten Platz freiwillig säubern, und Helfer putzen nach dem Essen die Tische ab. So oder ähnlich wurde bisher immer verfahren, man sollte aber doch annehmen daß heutzutage umweltbewußtes Handeln ein selbstverständlicher Bestandteil der Kindererziehung ist.

Den Kindern ist nicht unbedingt ein Vorwurf zu machen, da die neugewonnene Freiheit - also die Eigenverantwortung - für viele schwer zu verarbeiten ist.

Viel besser funktioniert es bei den angebotenen Aktivitäten. Da hören die Kinder auf ihre Betreuer, gehen auf sie zu und verhalten sich kolmegial, auch untereinander.

Der Montag wurde ein wenig durch einen Wolkenbruch vermiest, was die Burgh&utml;ttenbacher aber nicht weiter störte. Manfred Schneider bastelte für das nachmittägliche Ritterturnier mit den Kindern Ritterrüstungen und Burgfräuleinhüte. Zeitgleich werkelten die Kinder an ihren Faschingsköpfen aus Pappmache. Die witzigsten Figuren wurden kreiert und manche Betreuer karikiert

Derweil lachten etliche Jungs und Mädels in der Stadthalle beim Zeichentrickfilm ,,Asterix - Operation Hinkelstein". Nach dem Rittermahl bestehend aus Kotelett mit Bauernbrot und Krautsalat, fand das Ritterturnier auf dem Turnierplatz von Burghüttenbach statt.

,,Hofnarr und Herold", Bernd Blisch, gekleidet im schmucken Kartoffelsack, leitete die lustigen Spiele, unterstützt von Silvia Schleimer. Ritterlichkeit, Musikalität und Geschicklichkeit waren gefordert, um einen begehrten Preis zu ergattern. Die Trophäen werden beim grollen Abschlußfest am Samstag verliehen.

Die naturinteressierten Kinder trafen sich am Dienstag, um 8.30 Uhr, mit dem Fahrrad an der Stadthalle. Auf ging es zur Fahrt ins GRKW Kiesgrubengebiet in Weilbach. Hier wurden Gräser bestimmt, gesammelt und daraus kleine Kunstwerke gebastelt.

Den "Daheimgebliebenen" Kindern gingen schier die Augen auf, als Viktor Winterhalter aus Einhausen bei Lorsch mit seinem Kinderzirkus "Äladin" vorfuhr. Sofort meldeten sich viele kleine Künstler, um unter seiner Regie für den großen Auftritt am Mittwoch zu üben.

Andere Kinder nahmen die Möglichkeit wahr mit Christa Spielmann im Steinofen Brot zu backen.

Nach einer Stunde konnten die Bäcker das knusprige selbstgemachte Brot aus dem mit trockenem Holz angeheizten Steinofen holen und es sogleich verspeisen. Nach dem Mittagessen gingen die 8-10 jährigen zur Reithalle Falkenberg wo der Reitsportverein wieder ein Reiten an der Longe anbot. Bei brütender Hitze war der Reitausflug sehr anstrengend, was die pferdebegeisterten Kinder aber nicht abschreckte.

Währenddessen trafen sich kleine Abenteuerlustige zur Schatzsuche. Für die Kinder ein oft schwieriger und rätselhafter Weg zum Gewinn.

Der ESV Blaugold rief am Mittwoch morgen die 11-l4 jährigen in die Stadthalle, wo mit sauberen Schuhen auf der hauseigenen Kegelbahn alle Neune geworfen wurden.

,,Be-Denkmal" hieß die Devise beim Fotowettbewerb. Der Vorsitzende des Fotoclubs Flörsheim, Peter Dommermuth und Stadthistoriker und stellvertretender Amtsleiter des Kulturamtes, Bernd Blisch, zeigten den Kindern mögliche Motive und den Umgang mit den Apparaten. So ging es dann von der Stadthalle zum Alten Friedhof, wo die Teilnehmer das schönste Motiv selbst auswählen konnten. Auch auf dem Rathenauplatz, an der Alten Kirchschule und auf dem Kirchplatz hatten die Kinder reichlich Motivwahl. Mainstein, Mainturm, Berliner Brunnen, und die Altstadt um die Borngasse und Untermainstraße gaben reichlich Anregung für "Super-Fotos". Die Leiter staunten nicht schlecht über die Auswahl an Fotoausrüstungen, waren doch Apparate dabei, die ohne weiteres die eines Profis hätten sein können.

Am Montag den 3. Oktober, nachdem die Bilder zwei Wochen im Foyer der Stadthalle ausgestellt worden sind, wird Bürgermeister Dieter Wolf die Prämierung der schönsten Fotos vornehmen.

Die letzten Vorbereitungen zum großen Auftritt der Zirkusleute liefen ebenfalls. Nachmittags war es dann soweit. 15 Kinder zeigten eine menschliche Pyramide und bewiesen großen Gleichgewichtssinn bei ihren artistischen Darbietungen.

Neben Laufen auf einem Faß und Vorführungen mit dem Diabolo (ein zweckentfremdeter Jojo), lief man über Glas oder jonglierte mit Tellern und Ringen. Die große Anzahl von Zuschauern dankte es den Akteuren mit langanhaltendem Applaus.

Für die Freunde von Kimme und Korn bot der Schützenverein Edelweiß und die Schützengesellschaft 06 auf ihren Schießständen ein Luftgewehrschießen an. Manche Kinder überzeugten sogar erfahrene Schützen.